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Die Buche

Wenn man den schönen Ausblick auf Radmühl genießen will, bietet es sich an zum Steinchen zu gehen. Der Ausblick ist herrlich. Unübersehbar stand dort eine über 250 Jahre alte Buche. Sie hatte einen beachtlichen Durchmesser von 110 cm. So manchem kam der Gedanke „wenn dieser Baum doch reden könnte“. Er hätte bestimmt einiges zu berichten. Unserem Mitbürger Erwin Flach hatte der Baum seine Geschichte erzählt.

Wir schreiben das Jahr 1938 und es waren in Radmühl noch alle Mühlen in Betrieb. Das ganze Wäldchen wurde abgerodet. Nur diese Buche blieb stehen, da der Müller Karl Hemel beschlossen hatte, dass diese stolze Buche nun ein Mühlrad werden sollte. Sein Bruder August war Wagner und sollte das Mühlrad fertigen. Doch dann starb die Frau des Müllers und er hatte seine Gedanken bei anderen Sachen. Später heiratete der Müller ein zweites mal und seine Frau verkaufte dann alles. Nur an diese Buche dachte sie nicht. Heute kann sie im Steinchen in aller Ruhe noch viele Jahre wachsen und gedeihen. Mühlräder werden nicht mehr gebraucht und so ist sie nun in Sicherheit.

Das dachten wir zumindest, bis eine neue Revierförsterin in Freiensteinau ihr Amt antrat. Ohne vorherige Absprache ließ  sie im Sommer 2016 unsere alte Buche einfach fällen. So ist Radmühl um ein Wahrzeichen ärmer und das Geld für das Holz war wichtiger als die Erhaltung von geschichtsträchtigen Wahrzeichen.

Unsere Buche hätte uns sicherlich alle überlebt und unseren Nachfahren in ein paar Jahrhunderten die Geschichten von heute erzählt.